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BürgerInnen sollen Nahverkehrsplan mitgestalten

Reinhard Seekamp: „Mit einem Schnipsel unter Amtliche Bekanntmachung bringt man keine Bürgerbeteiligung ingang.“

Mehr als 20.000 Menschen aus dem Landkreis pendeln täglich nach Bremen. Für sie soll der öffentliche Nahverkehr besser werden. Das ist das Ziel des Nahverkehrsplans 2018 bis 2022. Noch bis zum 1. September 2017 können Bürgerinnen und Bürger ihre Anregungen zum Verkehrsplan machen. Die Kreistagsfraktion der LINKEN lud am Freitag zu einer Veranstaltung zu diesem Thema ein, um öffentlich darüber zu diskutieren.

Neben den Kreistagsmitgliedern der LINKEN Mizgin Ciftci und Reinhard Seekamp brachten auch Herbert Behrens, Mitglied des Verkehrsausschusses des Bundestages, und Ingo Ostermann, Sprecher des Fahrgastbeirates im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) Informationen in die Diskussion ein. Seekamp von der Linksfraktion im Kreistag kritisierte insbesondere, dass seitens der Kreisverwaltung nichts getan worden sei, Bürger zur Mitberatung zu motivieren.

Ein Aufregerthema sind die Preise. Während für die Bremer für das gesamte Stadtgebiet ein gemeinsamer Tarif gilt, durchfahren und bezahlen Osterholzer bei einer Fahrt durch den Landkreis drei Tarifzonen. Ingo Ostermann vom Fahrgastbeirat des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN) erklärte, warum man für die ungefähr 48 Kilometer lange Strecke von Bremen-Mahndorf bis Bremen-Farge mit einem Ticket für 2,75 Euro fährt, während für die wesentlich kürzere Strecke von Ritterhude nach Hambergen 4,60 Euro fällig sind. Der Landkreis könne genau so wie Bremen es gemacht habe, eine politische Entscheidung für einen maximalen Preis treffen.

Ein weiteres Thema war der katastrophale Start der Schülerbeförderung nach den Sommerferien. Mizgin Ciftci kennt die Gründe. In der öffentlichen Ausschreibung habe ein ortsfremder Anbieter den Zuschlag erhalten, weil er das billigste Angebot abgegeben habe. Ciftci berichtete, ein Subunternehmer des Billiganbieters sei abgesprungen und manche Fahrer anderer Subunternehmer würden sich hier überhaupt nicht auskennen. Sie würden in Hannover und anderen Städten angeworben und übernachteten derzeit im Intercity-Hotel in Bremen, um das „Angebot“ des Billiganbieters überhaupt fahren zu können.

DIE LINKE im Landkreis Osterholz will die Sorgen und Nöte der Fahrgäste des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum Ende der Beteiligungsfrist am 1. September nochmal richtig in Fahrt bringen, kündigt Kreisvorsitzender S. an. Unter der Internetadresse www.zvbn.de/nvp/ können die Eingaben gemacht werden. Wer keinen Internetanschluss habe, der könne das im Wahlkreisbüro von Herbert Behrens, Marktplatz 8, in Osterholz-Scharmbeck erledigen, sagt S.

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