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3. Mit sozial gerechter Kultur wird Niedersachsen reicher

Kultur gehört untrennbar zum Menschen. Sie ist ein Stück Lebensqualität, die Kreativität, Fantasie, Toleranz und Reflexion fördert und daher für alle Menschen erreichbar sein muss. Die niedersächsische Landesregierung geht aber in ihrer Kulturpolitik von einem sehr verengten Kulturbegriff aus. Dementsprechend fließen die Mittel aus dem Landeshaushalt im Wesentlichen in die großen Landeseinrichtungen. Natürlich sind Opern, Theater und Museen Kultur, aber es gibt viel mehr und auch neue Ausprägungen von Kultur. Freie Theater, kleine Kinos, Soziokultur und kulturelle (Jugend-)Bildung fallen bisher zu oft unter den Tisch, obwohl hier mit vergleichsweise wenig Geld viel erreicht werden könnte. Eine lebendige Kulturszene ist auch Ausdruck für eine lebendige Gesellschaft. Niedersachsen liegt in der Kulturfinanzierung im bundesweiten Vergleich ganz hinten. Menschen, die in Niedersachsen kulturelle Angebote machen wollen, finden nur schwer Informationen und Unterstützung. Kulturell Tätige sind oft schlecht bezahlt und lausig abgesichert. Und viele kulturelle Angebote sind kaum erschwinglich für die vielen Menschen mit niedrigen Einkommen oder für Hartz IV-Empfängerinnen und -Empfänger, die im Monat gerade einmal 4,67 Euro für Kulturveranstaltungen zur Verfügung haben. Damit bekommt Kultur etwas Elitäres, sie wird zu etwas, das sich nur ein Teil der Menschen leisten kann und von dem viele ausgegrenzt sind.

Wir wollen, dass Kultur in allen ihren Facetten unterstützt wird und allen zugänglich ist. Darum wird DIE LINKE im Landtag Forderungen einbringen, die diesen Zielen dienen:

  • Freier Eintritt in alle kulturellen Landeseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Finanzschwache
  • Ausweitung von theater- und museumspädagogischen Angeboten 
  • Erhalt kultureller Einrichtungen auf kommunaler Ebene, statt sie als freiwillige Leistung ständig einem Streichungsrisiko auszusetzen
  • Kulturinitiativen von Migrationsgruppen als wertvollen Beitrag zu kultureller Vielfalt und gesellschaftlicher Integration unterstützen 
  • Programm zur Unterstützung von Kulturangeboten in der Fläche auflegen
  • Kultur- und Kulturfinanzberatung in der Fläche stärken, Kulturfinanzierung und Fördermöglichkeiten transparent machen, tendenziell Fördermittel von Image- zu Basisprojekten umschichten
  • Bundesratsinitiative für eine bessere soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern anschieben
  • Zuverlässige, institutionelle Förderung der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur
  • Förderung unabhängiger Kulturinitiativen, wie etwa StraßenmusikerInnen, literarischer Gesellschaften und kleiner Kinos
  • Sicherung der Filmfestivalförderung ab 2013 durch das Land, auch wenn in der kommenden Förderperiode keine EFRE-Förderung mehr möglich ist; Anpassung der seit Jahren stagnierenden Förderbeträge an die gestiegenen Kosten
  • Novellierung des Landesmediengesetzes mit dem Ziel, den Einfluss der Sender auf die Förderung der nordmedia zu reduzieren und so mehr senderunabhängige freie Produktionen zu ermöglichen.
  • Ausweitung der Kulturförderung des Landes auf jugendliche und alternative Kulturformen wie zum Beispiel Ska, Punk und Parkour

Unser Ziel ist, dass Kultur bunt und vielfältig ist und dass alle Menschen sie in dieser Vielfalt gestalten und erleben können. Niemand darf vom Zugang zu Kultur ausgegrenzt sein, weil sie oder er ein geringes Einkommen hat, auf dem Land wohnt oder mit wenig Zugang zu Kultur aufgewachsen ist. Wir wollen einen breiten Kulturbegriff, der Oper und Ballett, Kleinkunst und Straßenmusik, Ska und Parkour umfasst. Und wir wollen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene Kultur selbst gestalten können und entsprechend offene und selbstverwaltete Förderstrukturen. Unsere Vision ist, dass Menschen, die das wollen, es leicht haben, kulturelle Angebote selbst zu schaffen. Dazu sollen sie schnell und einfach Informationen zu Finanzierungs- und Beratungsmöglichkeiten und Veranstaltungsorten finden und sich leicht mit anderen vernetzen können.

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