Nachrichten aus dem Landkreis Osterholz
Förderschule wegen Schimmel gesperrt
Die Öffentlichkeit und auch die Kreistagsmitglieder erhielten die Information aus der Zeitung: Die Container-Klassenräume der Schule am Klosterplatz, eine Schule für lernbehinderte Kinder, ist seit dem 4. November 2025 komplett gesperrt. Schimmel ohne Ende. Die Linksfraktion im Kreistag fordert das Ende der Provisorien beim Schulbau.
Offener Brief der Linksfraktion zum Schimmelbefall in der Schule am Klosterplatz
Sehr geehrter Herr Landrat,
mit Entsetzen und Empörung mussten wir dem Osterholzer Kreisblatt am 18. November 2025 entnehmen, dass der Container-Trakt an der Schule am Klosterplatz seit dem 4. November (!) vollständig wegen Schimmelbefall gesperrt wurde. Die Kreisverwaltung hat es offenbar nicht für nötig befunden, die Kreistagspolitik über diesen gravierenden Einschnitt zu informieren.
Für die betroffenen Kinder ist dies eine Katastrophe, die sofort beendet werden muss. Leidtragende sind wieder die Schwächsten in dieser Gesellschaft. Gerade für Menschen mit Behinderungen sind solche plötzlichen Veränderungen kaum zu ertragen und zerstören das gerade für diese Menschen besonders zentrale Bedürfnis nach Sicherheit und Verlässlichkeit. Das kann nicht hingenommen werden. Die Kreisverwaltung ist gefordert, eine schnelle und nicht wieder zweifelhafte provisorische Lösung zu finden.
Sie wird sich aber auch einige Fragen gefallen lassen müssen. Offenbar wurden die bereits bei Aufstellung der Container aufgetretenen Feuchtigkeitsschäden nur sehr oberflächlich „repariert“. Hat die Kreisverwaltung in der Folge keine Überprüfungen der Dichtigkeit vorgenommen? Schimmelbefall in allen Wänden bis zur Decke tritt nicht von einem auf den anderen Tag ein. Beim ersten Auftreten von Feuchtigkeit hätten entsprechende Maßnahmen den jetzigen Eintritt der Katastrophe möglicherweise verhindern können. Hat die Kreisverwaltung hier darauf vertraut, dass das „Provisorium Container-Anlage“ durchhalten würde bis zum Umzug in die ehemalige Pestalozzi-Schule? In der Sitzung des Jugendhilfeausschuss am 6. November, also zwei Tage nach der Schließung, hat die Kreisverwaltung detaillierte Pläne für den späteren Umbau der Gebäude an der Schule am Klosterplatz für die Jugendwerkstatt vorgelegt, über den maroden Zustand der Container auf dem Gelände und die bereits erfolgte Schließung verlor sie kein Wort, warum?
Für die betroffenen Kinder muss sofort eine tragfähige Lösung her, ein notdürftig geflicktes erneutes Provisorium ist nicht länger hinnehmbar.
Reinhard Seekamp, Fraktionsvorsitzender

