Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
© Lisa Hübotter

Andreas Strassemeier, Reinhard Seekamp

Erhöhung der Aufwandsentschädigung an die Lilienthaler Tafel gespendet

Ein Kind im Alter von 0 bis 5 Jahren, das vom Regelsatz nach Hartz IV leben muss, erhält 240 Euro im Monat. Die im letzten Frühjahr im Lilienthaler Rat gegen die Stimmen der LINKEN beschlossene Erhöhung der Aufwandsentschädigung für Ratsmitglieder ergibt für die zwei Mitglieder der Linksfraktion für sechs Monate einen Betrag in Höhe von 466,80 Euro. Das entspricht ungefähr dem Geld, von dem zwei kleine Kinder einen ganzen Monat lang mit Essen, Kleidung, Spielzeug u.a. versorgt werden müssen.

Die Lilienthaler Tafel unterstützt mit ihrer durchgängig ehrenamtlichen Arbeit schon seit neun Jahren wöchentlich ungefähr 60 Familien aus Lilienthal, Grasberg und Worpswede, darunter viele Familien mit kleinen Kindern. „Diese großartige und oft anstrengende und aufwendige Arbeit, die da hilft, wo es wirklich dringend gebraucht wird, wollen wir mit unserer Spende unterstützen“, sagt Andreas Strassemeier, der Fraktionsvorsitzende der Linken im Gemeinderat.

Darüber freut sich Gerda Urbrock, die Vorsitzende der Lilienthaler Tafel. „Wir finanzieren die Arbeit ganz überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Von den Gemeinden Lilienthal, Grasberg und Worpswede erhalten wir leider nur einen sehr kleinen Zuschuss,“ berichtet sie. „Deshalb hilft uns jeder Betrag.“

Zuvor hatten einige Mitglieder der LINKENaus Lilienthal die Tafel am Ausgabetag besucht und waren beeindruckt von der guten Organisation. „Hier wird den Menschen geholfen, die es dringend brauchen, unabhängig von Alter oder Herkunft. Es ist beschämend, dass es in einem reichen Land wie unserem noch immer und sogar immer mehr Armut gibt,“ stellt Ratsmitglieder Reinhard Seekamp fest. Auf seine Frage, ob auch die zunehmende Altersarmut bei der Tafel feststellbar sei, antwortet Gerda Urbrock: „Wir merken das schon, aber die alten Leute verzichten oft lieber, als dass sie unser Angebot annehmen.“ Dafür gibt es keinen Grund, meint Gerda Urbrock: „Bei uns kann jeder Bedürftige für zwei Euro einkaufen, Kinder unter 15 Jahren zahlen 50 Cent. Wir verkaufen das, was sonst weggeworfen würde an diejenigen, die es wirklich brauchen.“

Die LINKEN versprachen bei ihrem Besuch, die Unterstützung der Gemeinde auch bei den kommenden Haushaltsberatungen anzusprechen. Die Tafel ist der zweite Empfänger der Spende der linken Ratsmitglieder, die erste Spende in gleicher Höhe erhielt vor einem halben Jahr das Jugendzentrum im Alten Amtsgericht.