Klimagerechtigkeit beginnt vor unserer Haustür: Was Belém und Osterholz-Scharmbeck verbindet
Auch wenn die internationale Klimakonferenz in Belém die Luxus-CO₂-Emissionen der Superreichen in den Fokus rückt, die Folgen dieser Klassenpolitik von oben sind überall spürbar, auch hier bei uns in Osterholz-Scharmbeck.
Die Oxfam-Studie zeigt: Die Maßlosigkeit einer winzigen Elite bedroht die Lebensgrundlagen der Mehrheit. Während diese 0,1 % mit Privatjets und klimaschädlichen Investments das globale CO₂-Budget verheizen, erleben wir vor Ort, was das konkret bedeutet:
- Belastung für die Normalverdiener: Steigende Energiepreise treffen gerade Gering- und Normalverdienende hart, während die Investitionen in einen bezahlbaren ÖPNV, die Energie- und Wärmewende nur schleppend vorankommen. Das ist die lokale Kehrseite der globalen Klimagerechtigkeits-Lücke.
- Betroffenes Teufelsmoor: Die Moorlandschaften im Landkreis, die eigentlich eine wichtige Rolle beim Hochwasser- und Klimaschutz spielen, sind durch Entwässerung selbst zur großen Treibhausgasquelle geworden. Die notwendige Wiedervernässung und der Moorbodenschutz stellen die bisherige intensive landwirtschaftliche Nutzung in Frage, eine soziale und ökologische Herausforderung, die gerechte Lösungen erfordert, damit die Lasten nicht allein bei den Betroffenen landen.
- Klimaanpassung als Armutsfrage: Hitzewellen, Starkregen und Hochwassergefahr nehmen zu. Zwar arbeitet Osterholz-Scharmbeck an einem integrierten Klimaschutzkonzept mit Maßnahmen wie mehr Grünflächen und Bäumen zur Kühlung. aber wer hat die Mittel, sich privat vor den Folgen von Hitze, Trockenheit oder Überschwemmungen zu schützen? Diejenigen, die bereits jetzt wenig haben, sind den verheerenden Folgen des Klimawandels am schutzlosesten ausgeliefert, das ist Klimagerechtigkeit in der Stadt.
Wir fordern auch in Osterholz-Scharmbeck: Schluss mit der Ungleichheit!
Die globale Forderung der Linken, die Superreichen für ihr Luxus-CO₂ zur Kasse zu bitten, ist auch für unsere Kommune relevant:
- Luxus-Emissionen besteuern: Die Einnahmen aus einer Übergewinn- und Vermögensteuer auf Profite der Klimakiller müssen genutzt werden, um dringend benötigte öffentliche Investitionen in unserem Landkreis zu finanzieren, für eine echte Mobilitätswende, die alle Bürgerinnen und Bürger entlastet.
- Soziales Klimageld: Wir brauchen einen bundesweiten sozialen Ausgleich, damit Gering- und Normalverdienende nicht länger die Hauptlast des Klimaschutzes tragen, sondern entlastet werden. Das ermöglicht auch in Osterholz-Scharmbeck die Akzeptanz und Umsetzung notwendiger Klimaschutzmaßnahmen.
- Gerechte kommunale Politik: Bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzepts muss das Prinzip der Klimagerechtigkeit im Vordergrund stehen. Das bedeutet: Förderung der energetischen Sanierung, Ausbau des günstigen ÖPNV und Schutz vor Extremwetterereignissen, vor allem für die am stärksten gefährdeten Quartiere und Bevölkerungsgruppen.
Klimaschutz ist Klassenfrage – auch in Osterholz-Scharmbeck! Es braucht den Mut, sich den Superreichen in den Weg zu stellen und die Mittel für einen sozial gerechten und effektiven Klimaschutz vor Ort einzufordern.

