Zum wiederholten Mal werden Bürgerinnen und Bürger mit der Errichtung eines Tetra-BOS-Sendeturm überrascht. In Lilienthal halten die Ratsmitglieder und der Bürgermeister dicht, bis der Turm aufgebaut wird. Und dort, wo man noch Zeit hätte zu informieren, wie z.B. in Worpswede, weigert sich der Bürgermeister, eine öffentliche Veranstaltung zu organisieren, wie es das Ratsmitglied der LINKEN, Bernd Rugen, beantragt hatte. Es muss Schluss gemacht mit der Geheimniskrämerei! Die Bürgermeister und die Ratsmitglieder dürfen sich keinen Maulkorb verpassen lassen. Wir fordern, auch in allen Osterholzer Kommunen, in denen Tetra-BOS-Sender aufgebaut werden, öffentlich darüber zu informieren.
Das Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit gehört für die Partei DIE LINKE zu den unveräußerlichen Menschenrechten. Der Schutz der Umwelt und der Schutz des Menschen vor den negativen Folgen und Auswirkungen einer oftmals am Profit orientierten, unkontrollierten Gestaltung und Anwendung neuer Technologien und Produkte gehört daher zu einem der Grundpfeiler ihrer Politik.
Gerade weil die mittel- und langfristigen gesundheitlichen Folgen des vermehrten Einsatzes von Technologien wie WLAN, UMTS u.ä. heute entweder noch offen bzw. umstritten sind, gilt dies ohne Einschränkungen auch für Belastungen der Bevölkerung durch Funkstrahlen und Elektrosmog infolge der Errichtung z.B. von Tetra-BOS-Sendeanlagen im Landkreis Osterholz.
Wie das Beispiel „Entsorgung“ von Atommüll im Asse-Bergwerk bei Wolfenbüttel gezeigt hat, sind es – neben Schlamperei und Unkenntnis - immer wieder vor allem wirtschaftliche Gründe, die Unternehmen, Betreiber und – leider – auch öffentliche Auftraggeber dazu veranlassen, die schädlichen Folgen und Risiken technischer Anlagen, wie im konkreten Fall von Tetra-BOS-Sendetürmen, entweder gar nicht, nicht rechtzeitig oder nicht ausreichend zu ermitteln und die Betroffenen darüber rechtzeitig und umfassend zu informieren. Dass die Einwohner in der Gemeinde Lilienthal nach vielen Monaten kritischer Debatte des Themas an anderen Orten des Landkreises wieder einmal ohne Information einen Tetra-BOS-Turm vor die Haustür gesetzt bekommen, ist ein Skandal und zutiefst undemokratisch. Angesichts der vielfältigen Gesundheitsgefahren, die sich nach Ansicht renommierter Experten aufgrund der anhaltenden Strahlen-Belastung vor allem für die unmittelbaren Anwohner derartiger Sendetürme ergeben können, ist es zudem mehr als fahrlässig.
DIE LINKE in Lilienthal verurteilt dieses Vorgehen der zuständigen Behörden. Sie fordert die verantwortlichen Politiker sowohl in den betroffenen Gemeinden als auch auf Kreis- und Landesebene nachdrücklich auf, die ihnen vorliegenden Informationen zu der Errichtung von Tetra-BOS-Sendetürmen im Landkreis Osterholz sowie zu den damit verbundenen gesundheitlichen Gefährdungen und Risiken umfassend offenzulegen und alle hinsichtlich der Errichtung der Sendetürme bereits getroffenen Entscheidungen nochmals zu überprüfen.