Altersarmut ist bis heute weitgehend kein Thema. Dies wird sich in Zukunft jedoch ändern, denn die Agenda 2010 der ehemaligen SPD-Grünen-Bundesregierung schafft viele schlecht bezahlte Jobs. Und nicht nur der Lohn ist schlecht, auch für die Rente kommt bei diesen Mini- und Midi-Jobs dabei nichts heraus.
Deutschland hat ein umfassendes Rentensystem. Für Rentnerinnen und Rentner bedeutete dies bisher, dass sie nach jahrzehntelanger Arbeit den Lebensabend mehr oder weniger genießen konnten. Auch deshalb ist Altersarmut bis heute weitgehend kein Thema. Dies wird sich in Zukunft jedoch ändern, denn die Agenda 2010 der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung schafft viele schlecht bezahlte Jobs. Und nicht nur der Lohn ist schlecht, auch für die Rente kommt bei diesen Mini- und Midi-Jobs dabei nichts heraus.
Und selbst wer heute eine reguläre Vollzeitstelle hat, muss bereits heute 28 Jahre arbeiten, um eine Rente von über 800 Euro, dem Grundsicherungsniveau, zu erhalten. Nach der Rentenreform 2007 muss ein Durchschnittsverdiener sogar 34 Jahre lang in die Rentenkasse einzahlen, um wenigstens das Grundsicherungsniveau zu erreichen.
Die Eckrente (45 Jahre Beiträge zum Durchschnittsverdienst) liegt dann nur noch ein Viertel über der Grundsicherung, die Durchschnittsrente könnte schon 2022 unter das Grundsicherungsniveau sinken. Das bedeutet, dass Millionen Menschen ohne private Vorsorge im Alter auf staatliche Hilfe angewiesen sein werden.
Wenn viele Menschen auch bei langer Versicherungszeit keine Rente mehr erreichen, die deutlich über dem Grundsicherungsniveau liegt, zerstört dies die Legitimation der gesetzlichen Rente als öffentlichem Pflichtversicherungssystem. Interessierte Akteure würden dies zum Anlass nehmen, das von Beschäftigten und Unternehmen gemeinsam finanzierte Beitragssystem gänzlich zu schleifen und die Alterssicherung dem Einzelnen und dem Risiko der Märkte zu überantworten. Soweit darf es nicht kommen.